Nickel ist ein chemisches Element mit dem chemischen Symbol Ni und der Ordnungszahl 28. Es ist ein glänzendes, silberweißes Metall mit goldenen Reflexen. Nickel ist ein Übergangsmetall, hart und duktil. Reines Nickel weist eine hohe chemische Reaktivität auf, die sich besonders im Pulverzustand zeigt, wo die reaktive Oberfläche maximal ist. Massives Nickel reagiert hingegen nur langsam mit der umgebenden Luft, da sich auf der Oberfläche eine schützende Oxidschicht gebildet hat. Trotz dieser hohen Reaktivität zwischen Nickel und Sauerstoff ist es schwierig, natürliches metallisches Nickel auf der Erdoberfläche zu finden. Das natürliche Nickel auf der Erdoberfläche findet sich in größeren Nickel-Eisen-Meteoriten, da diese im Weltraum keinen Zugang zu Sauerstoff haben. Auf der Erde ist dieses natürliche Nickel stets mit Eisen verbunden, was darauf hindeutet, dass es sich um die Hauptendprodukte der Supernova-Nukleosynthese handelt. Man geht allgemein davon aus, dass der Erdkern aus einem Nickel-Eisen-Gemisch besteht.
Die Verwendung von Nickel (einer natürlichen Nickel-Eisen-Legierung) lässt sich bis 3500 v. Chr. zurückverfolgen. Axel Frederick Kronstedt isolierte Nickel als Erster und definierte es 1751 als chemisches Element, obwohl er das Nickelerz zunächst für ein Kupfermineral hielt. Der Name Nickel leitet sich vom gleichnamigen Kobold aus der deutschen Bergmannslegende ab (ähnlich dem englischen Spitznamen „Old Nick“ für den Teufel). Die wirtschaftlichste Nickelquelle ist das Eisenerz Limonit, das in der Regel 1–2 % Nickel enthält. Weitere wichtige Nickelvorkommen sind Pentlandit und Limonit. Zu den bedeutendsten Nickelproduzenten zählen die Region Soderbury in Kanada (vermutlich ein Meteoritenkrater), Neukaledonien im Pazifik und Norilsk in Russland.
Da Nickel bei Raumtemperatur langsam oxidiert, gilt es allgemein als korrosionsbeständig. Aus diesem Grund wurde Nickel historisch gesehen zur Beschichtung verschiedenster Oberflächen verwendet, beispielsweise von Metallen (wie Eisen und Messing), dem Inneren chemischer Geräte und bestimmten Legierungen, die einen glänzenden Silberglanz behalten sollen (wie Neusilber). Etwa 6 % der weltweiten Nickelproduktion werden noch immer für korrosionsbeständige Reinnickelbeschichtungen verwendet. Nickel war einst ein häufiger Bestandteil von Münzen, wurde aber weitgehend durch das billigere Eisen ersetzt, nicht zuletzt, weil manche Menschen Hautallergien gegen Nickel haben. Trotzdem begann Großbritannien 2012 – gegen den Widerstand von Dermatologen – wieder mit der Prägung von Nickelmünzen.
Nickel ist eines von nur vier Elementen, die bei Raumtemperatur ferromagnetisch sind. Nickelhaltige Alnico-Permanentmagnete weisen eine magnetische Stärke auf, die zwischen der von eisenhaltigen Permanentmagneten und Seltenerdmagneten liegt. Die Bedeutung von Nickel in der modernen Welt beruht größtenteils auf seinen vielfältigen Legierungen. Etwa 60 % der weltweiten Nickelproduktion werden zur Herstellung verschiedener Nickelstähle (insbesondere Edelstahl) verwendet. Andere gängige Legierungen sowie einige neue Superlegierungen decken nahezu den gesamten restlichen weltweiten Nickelverbrauch ab. Chemische Anwendungen zur Herstellung von Verbindungen machen weniger als 3 % der Nickelproduktion aus. Als Verbindung findet Nickel in der chemischen Industrie verschiedene spezifische Anwendungen, beispielsweise als Katalysator für Hydrierungsreaktionen. Enzyme bestimmter Mikroorganismen und Pflanzen nutzen Nickel als aktives Zentrum, weshalb Nickel ein wichtiger Nährstoff für sie ist. [1]
Veröffentlichungsdatum: 16. November 2022



