Reuters, 1. Oktober – Die Kupferpreise in London stiegen am Freitag, werden aber auf Wochenbasis fallen, da die Anleger angesichts der weit verbreiteten Strombeschränkungen in China und der drohenden Schuldenkrise des Immobilienriesen China Evergrande Group ihr Risikoengagement reduzieren.
Um 07:35 Uhr GMT stieg der Dreimonats-Kupferpreis an der Londoner Metallbörse um 0,5 % auf 8.982,50 US-Dollar pro Tonne, wird aber wöchentlich um 3,7 % fallen.
Fitch Solutions erklärte in einem Bericht: „Da wir die Situation in China weiterhin aufmerksam verfolgen, insbesondere die finanziellen Probleme von Evergrande und die gravierenden Stromengpässe – die beiden wichtigsten Entwicklungen –, betonen wir, dass unsere Prognoserisiken für die Metallpreise deutlich gestiegen sind.“
Chinas Stromknappheit veranlasste Analysten, die Wachstumsaussichten des weltweit größten Metallverbrauchers nach unten zu korrigieren, und die Fabrikaktivität ging im September unerwartet zurück, teilweise aufgrund von Beschränkungen.
Ein Analyst der ANZ Bank sagte in einem Bericht: „Obwohl die Energiekrise gemischte Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage von Rohstoffen haben mag, schenkt der Markt dem Nachfragerückgang, der durch die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums verursacht wird, mehr Aufmerksamkeit.“
Die Risikostimmung ist nach wie vor verhalten, da Evergrande, das über eine angespannte Finanzierungslage verfügt, keine Auslandsschulden aufgenommen hat. Dies weckt die Befürchtung, dass sich die Krise auf das gesamte Finanzsystem ausweiten und globale Auswirkungen haben könnte.
Der Aluminiumpreis an der LME stieg um 0,4 % auf 2.870,50 US-Dollar pro Tonne, der Nickelpreis fiel um 0,5 % auf 17.840 US-Dollar pro Tonne, der Zinkpreis stieg um 0,3 % auf 2.997 US-Dollar pro Tonne und der Zinnpreis fiel um 1,2 % auf 33.505 US-Dollar pro Tonne.
Der LME-Bleipreis notierte nahezu unverändert bei 2.092 US-Dollar pro Tonne und verharrte damit nahe dem niedrigsten Stand seit dem vorangegangenen Handelstag am 26. April, als er 2.060 US-Dollar pro Tonne erreichte.
* Das staatliche Statistikamt INE teilte am Donnerstag mit, dass die Kupferproduktion des weltgrößten Metallproduzenten Chile im August im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 % gesunken sei. Grund dafür seien sinkende Erzgehalte und Arbeitskämpfe in wichtigen Lagerstätten.
* Die Kupferbestände an der Shanghai Futures Exchange (CU-STX-SGH) fielen am Donnerstag auf 43.525 Tonnen, den niedrigsten Stand seit Juni 2009, was den Rückgang der Kupferpreise etwas abmilderte.
* Für Schlagzeilen über Metalle und weitere Neuigkeiten klicken Sie bitte hier oder (Bericht von Mai Nguyen in Hanoi; bearbeitet von Ramakrishnan M.)
Veröffentlichungsdatum: 26. Oktober 2021



