Widerstandsdraht dient zur Herstellung elektrischer Widerstände (die zur Stromregelung in einem Stromkreis verwendet werden). Eine Legierung mit hohem spezifischem Widerstand ist vorteilhaft, da dadurch kürzere Drähte eingesetzt werden können. In vielen Fällen ist die Stabilität des Widerstands von entscheidender Bedeutung, weshalb der Temperaturkoeffizient des spezifischen Widerstands und die Korrosionsbeständigkeit der Legierung bei der Materialauswahl eine wichtige Rolle spielen.
Bei der Verwendung von Widerstandsdrähten für Heizelemente (in elektrischen Heizgeräten, Toastern usw.) sind ein hoher spezifischer Widerstand und eine hohe Oxidationsbeständigkeit wichtig.
Manchmal wird der Widerstandsdraht mit Keramikpulver isoliert und in ein Rohr aus einer anderen Legierung eingefasst. Solche Heizelemente werden in Elektroöfen und Wassererhitzern sowie in speziellen Ausführungen für Kochfelder verwendet.
Drahtseile bestehen aus mehreren spiralförmig verdrillten Metalldrähten, die ein Verbundseil bilden, dessen Struktur als „geschlagenes Seil“ bezeichnet wird. Drahtseile mit größerem Durchmesser bestehen aus mehreren solchen geschlagenen Strängen in einer Struktur, die als „Kabelgelegt“.
Stahldrähte für Drahtseile bestehen üblicherweise aus unlegiertem Kohlenstoffstahl mit einem Kohlenstoffgehalt von 0,4 bis 0,95 %. Die sehr hohe Festigkeit der Seildrähte ermöglicht es Drahtseilen, große Zugkräfte aufzunehmen und über Seilscheiben mit relativ kleinen Durchmessern zu laufen.
Bei sogenannten Kreuzlitzen kreuzen sich die Drähte der verschiedenen Lagen. Bei den meistverwendeten Parallellitzen ist die Schlaglänge aller Drahtlagen gleich, und die Drähte je zweier übereinanderliegender Lagen verlaufen parallel, wodurch ein linearer Kontakt entsteht. Der Draht der äußeren Lage wird von zwei Drähten der inneren Lage getragen. Diese Drähte liegen über die gesamte Litzenlänge nebeneinander. Parallellitzen werden in einem Arbeitsgang hergestellt. Die Dauerfestigkeit von Drahtseilen mit dieser Litzenart ist stets deutlich höher als die von (selten verwendeten) Kreuzlitzen. Parallellitzen mit zwei Drahtlagen weisen die Bauweisen Filler, Seale oder Warrington auf.
Spiralseile bestehen im Prinzip aus runden Litzen, da sie aus mehreren Lagen spiralförmig um einen Kern gewickelt sind, wobei mindestens eine Lage entgegen der Drehrichtung der äußeren Lage verläuft. Spiralseile können so dimensioniert werden, dass sie sich nicht drehen, d. h. das Seildrehmoment unter Spannung ist nahezu null. Das offene Spiralseil besteht ausschließlich aus runden Drähten. Halb- und vollverriegelte Spiralseile besitzen stets einen Kern aus runden Drähten. Verriegelte Spiralseile verfügen über eine oder mehrere äußere Lagen aus Profildrähten. Sie bieten den Vorteil, dass ihre Konstruktion das Eindringen von Schmutz und Wasser weitgehend verhindert und sie vor Schmierstoffverlust schützt. Darüber hinaus bieten sie einen weiteren wichtigen Vorteil: Bei korrekter Dimensionierung können die Enden eines gebrochenen Außendrahtes nicht aus dem Seil austreten.
Litzenkabel bestehen aus vielen kleinen Drähten, die zu einem größeren Leiter gebündelt oder umwickelt sind. Litzenkabel sind flexibler als Massivdrähte mit demselben Querschnitt. Sie werden eingesetzt, wenn eine höhere Beständigkeit gegen Materialermüdung erforderlich ist. Beispiele hierfür sind Verbindungen zwischen Leiterplatten in Geräten mit mehreren Leiterplatten, wo die Steifigkeit von Massivdrähten bei Montage oder Wartung zu hohen Spannungen durch Bewegungen führen würde; Netzkabel für Haushaltsgeräte; MusikinstrumenteKabels; Computermauskabel; Schweißelektrodenkabel; Steuerkabel zur Verbindung beweglicher Maschinenteile; Bergbaumaschinenkabel; Schleppmaschinenkabel; und zahlreiche andere.
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